Zielgruppen

Coaching-Ausbildungen / Coaching-Weiterbildungen

An welche Zielgruppen richten sich Coaching-Weiterbildungen in der Regel? Welche Voraussetzungen sollten die Teilnehmer erfüllen?

Diversität der Zielgruppen

Coaching-Weiterbildungen richten sich an unterschiedliche Zielgruppen, was auch einen Teil der Angebotsvielfalt erklärt. Neben Personen, die die Absicht haben, als Coach arbeiten zu wollen oder Coachings bereits durchführen und sich in ihrer Rolle als Coach professionalisieren möchten, nutzen auch Führungskräfte Coaching-Weiterbildungen, um sich für die Rolle als Führungskraft mit einer coachenden Grundhaltung zu qualifizieren. Darüber hinaus absolvieren Personalverantwortliche bzw. Personalentwickler Coaching-Weiterbildungen, um sich inhaltlich fortzubilden, was u. a. für die Auswahl geeigneter Coaches für den Coaching-Pool ihrer Organisationen genutzt wird. Somit ist es nicht automatisch das Ziel aller Teilnehmer, eine Coaching-Weiterbildung ausschließlich für die Tätigkeit als Coach zu nutzen (Rauen, 2006, S. 61; vgl. Schreyögg, 2012, S. 391).

Darüber hinaus existieren inhaltlich spezialisierte Coaching-Weiterbildungen, z.B. für die Gesundheitsbranche oder Coaching nach einer bestimmten methodischen Schule, was primär von entsprechend interessierten Zielgruppen genutzt wird (Wittenhagen, 2010, S. 42).

Die Voraussetzungen, die die Teilnehmer von Coaching-Weiterbildungen erfüllen sollten, lassen sich nach Schmolmüller (2012) wie folgt zusammenfassen:

Voraussetzungen
  • Mindestalter 30 Jahre,
  • 5–10 Jahre Berufserfahrung im wirtschaftlichen Bereich oder in der Arbeit mit Menschen,
  • Feld- und Branchenkennnisse,
  • Empathie, Selbstreflexion, Sozialkompetenzen,
  • positiv absolviertes persönliches Gespräch zwecks Klärung der Zielsetzung und Prüfung der Bereitschaft zum Einbringen eigener Erfahrungen,
  • positiv absolviertes Assessment mittels verschiedener diagnostischer Verfahren,
  • Ausfüllen eines Selbsteinschätzungsbogens zwecks Abgleich mit dem Profil eines „Ideal-Teilnehmers“

(ebenda, S. 83–86).

Daneben sind Vorkenntnisse bzgl. fachlicher Inhalte, ein Hochschulstudium (Lippmann, 2015, S. 58; 2016, S. 16), ein funktionierendes Selbstmanagement, Frustrationstoleranz und emotionale Stabilität gefragt (Rauen & Steinhübel, 2005, S. 307; vgl. Walther, 2002). Diese theoretischen Eigenschaften lassen sich auch praktisch nachweisen:

Charakteristika der Teilnehmer von Coaching-Ausbildungen

„Die Teilnehmer von Coaching-Ausbildungen lassen sich recht präzise charakterisieren. Sie haben ein Durchschnittsalter von 42 Jahren, verfügen über ca. 16 Jahre Berufserfahrung und sind zu 75 Prozent akademisch gebildet. Das heißt: Die Teilnehmer sind keine Berufsanfänger, sondern, […] meist bereits als Berater oder Trainer bzw. Führungskraft und Personalentwickler tätig“ (Rauen, 2006, S. 61). 

Da im Rahmen der Didaktik einer Coaching-Weiterbildung die Zusammenarbeit der Teilnehmer essentiell ist, ist zudem auf die Freiwilligkeit der Teilnahme zu achten, d.h. Teilnehmer sollten nicht aus einer von ihnen ungewollten Verpflichtungssituation heraus die Weiterbildung absolvieren, sondern aus einer eigenen Absicht heraus.

Auch sollten die Zielsetzungen der Teilnehmer untereinander und zum Angebot des Coaching-Weiterbildungsanbieters so kompatibel sein, dass die Teilnehmer sich idealerweise beim Lernen gegenseitig unterstützen können. Zur Prüfung dieser Voraussetzungen eignen sich neben den o.g. Empfehlungen von Schmolmüller auch Informationsveranstaltungen, die Interessenten in Gruppensituationen erlebbar machen.

Grundsätzlich sollte dabei geklärt werden, ob die Zielsetzungen der Interessenten realistisch sind und ob durch eine Qualifizierung wie eine Coaching-Weiterbildung eine Entwicklung zum Coach möglich erscheint. Ist dies nicht der Fall, ist von einer Aufnahme in eine Coaching-Weiterbildung abzusehen und ggf. eine alternative Empfehlung auszusprechen (Rauen & Steinhübel, 2005, S. 306–307).

Literatur
  • Lippmann, E. (2015). Was macht einen Coach zum Coach? Weiterbildung und Qualifizierung. Coaching | Theorie & Praxis, 1(1), 51–60. https://doi.org/10.1365/s40896-015-0008-3
  • Lippmann, E. (2016). Was macht einen Coach zum Coach? Weiterbildung und Qualifizierung. In C. Triebel, J. Heller, B. Hauser & A. Koch (Hrsg.), Qualität im Coaching: Denkanstöße und neue Ansätze: Wie Coaching mehr Wirkung und Klientenzufriedenheit bringt (S. 11–19). Berlin: Springer. 
  • Rauen, C. (2006). Was kommt nach dem Hype? Marktanalyse Coach-Ausbildungen. managerSeminare, 104(11), 59–63.
  • Rauen, C. & Steinhübel, A. (2005). Coaching-Weiterbildungen. In C. Rauen (Hrsg.), Handbuch Coaching (S. 289–310). Göttingen: Hogrefe.
  • Schmolmüller, C. (2012). Berufsbild Coach: Hilfestellungen und Tipps zur Ausbildung und Curriculumgestaltung. Hamburg: Diplomica.
  • Schreyögg, A. (2012). Coaching. Eine Einführung für Praxis und Ausbildung (7. erw. Aufl.). Frankfurt/M.: Campus.
  • Walther, P. (2002). Wer hat das Zeug zum Coach? Coaching-Ausbildungen. managerSeminare, 52(1), 54–61.
  • Wittenhagen, J. (2010). Rege Nachfrage erfreut Coaching- Ausbilder – Die Krise bremst die Nachfrage nicht. Ein Stimmungsbild. wirtschaft + weiterbildung, 3, 38–43.

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