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Lukas Mundelsee, Dennis Sawatzki

50 Coachingkarten Blended Coaching & Counseling

Rezension von Torsten Ferge

4 Min.

Im Song „Shape of My Heart“ besingt Sting ein Kartenspiel als Meditation, um die heilige Geometrie des Zufalls zu erfassen. Die beiden Herausgeber Lukas Mundelsee und Dennis Sawatzki packen ihr Projekt weniger poetisch, dafür mit einer konkreten Mission an. Sie stellen mit ihrer Sammlung der „50 Coachingkarten Blended Coaching & Counseling“ ein Instrumentarium zur Verfügung, das die Bandbreite und die Wahl des Kanals im Coaching erweitern hilft.

Neben den beiden Herausgebern waren 21 Autorinnen und Autoren mit ihren Ideen und Ansätzen an diesem Projekt zum Blended Coaching and Counseling (BCC) beteiligt. Der Psychologe Lukas Mundelsee ist selbständiger systemischer Berater für Sportlerinnen und Sportler sowie Studierende. Daneben ist er in einer schulpsychologischen Beratungsstelle tätig und beschäftigt sich mit den Rahmenbedingungen für gutes Lernen. Dennis Sawatzki ist Gründer und Geschäftsführer des Instituts für Schulentwicklung und Hochschuldidaktik in Bochum. Der gelernte Erziehungswissenschaftler hat sich zum Counselor und Coach qualifiziert und arbeitet als Online-Berater.

Die 50 Coachingkarten werden in einem flachen, stabilen Karton geliefert. Darin befindet sich neben den Karten im DIN-A5 Format ein Booklet mit 32 Seiten Umfang. Es ist im Querformat gebunden und zur besseren Lesbarkeit ist der Text jeweils in zwei Spalten gesetzt. Die Karten sind in sechs Rubriken oder Kanäle unterteilt, die farblich unterschieden werden. Jeder Rubrik ist eine Gliederungskarte vorangestellt. Sie erläutert, wie das Format im BCC-Prozess verortet ist, zum Beispiel wie, wann und warum ein Kanal gewechselt werden kann. Dazu beleuchtet die Gliederungskarte auch Chancen und Risiken des jeweiligen Anwendungskontext. Die Methodenkarten sind einheitlich strukturiert. Sie erläutern für jede Methode Anspruch und Vorgehen sowie Nutzenargumente, geben ein Praxisbeispiel und eröffnen alternative Umsetzungen. Anhand von Icons und Symbolen sowie als Text ordnet jede Karte ein, ob sich die Methode für ein Einzel- oder Gruppensetting und für welche Coaching-Phase sie sich eignet. Auch der Zeitaufwand plus benötigte Materialien werden benannt. Einzelne Karten verweisen auf Online-Material, das über den Beltz-Verlag heruntergeladen werden kann.

Das Booklet reflektiert Hintergründe und Ziele des Kartensets. Es finden sich kurze Aufsätze mit Begriffsbestimmungen zu BCC. Auch Ideen zur Gestaltung von BCC-Prozessen werden angerissen. Weiter wird die Nutzung des Kartensets erläutert und auf Literatur verwiesen. Abschließend stellt das Booklet das Team der Autorinnen und Autoren vor. Die Herausgeber benennen ihre Ziele transparent. Sie wollen ein Bewusstsein für BCC auf der übergeordneten Konzeptions- wie auf der konkreten Umsetzungsebene schaffen.

Die sechs Rubriken der Karten lauten Präsenz, Video, Telefon, Messenger, E-Mail und asynchrone Aufgaben. Zum Beispiel schlägt eine Karte für das Videoformat eine angepasste Form der Wunderfrage vor oder im Messaging den Rückgriff auf ein digitales Bild, das mehr als 1.000 Worte sagt.

Die Karten bieten innovative Ansätze und Ideen, um den Coaching Prozess online, telefonisch, per Messenger oder in Präsenz voranzubringen. Einerseits braucht es Zeit zum Hineindenken durch den Coach. Andererseits bieten die Karten gegenüber einem Buch den Vorteil einer einfachen Handhabung direkt im Prozess. Der konsequent einheitliche Kartenaufbau erleichtert die Arbeit. Das Booklet reduziert seine Informationen auf das Wesentliche. Zugleich könnte dort die Benutzerführung ausgefeilter und punktgenauer sein, beispielsweise durch Grafiken unterstützt. Etwas mehr Liebe zum Detail und eine wertige Bindung würden den Zugang zum Booklet weiter erleichtern.

Fazit: Die 50 Coachingkarten befördern einen zeitgemäßen Ansatz in der Handhabung und Methodik im Coaching. Gerade der vorgeschlagene virtuose Wechsel von Kommunikationskanälen innerhalb eines Coaching-Prozesses setzt eine hohe Medien- und Methodenkompetenz bei Coach und Klient voraus. Das braucht Übung. Zugleich wird das Kartenset dem Anspruch, dem medienaffinen Coach eine Brücke ins BCC zu bauen, durchaus gerecht. Weit mehr als eine Meditation. 

Torsten Ferge

Coach und Supervisor
www.ferge-coaching.de 

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