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Thomas Hanstein (2021)

Selbstmanagement - mit Coachingtools. Ressourcen erkennen, nutzen und pflegen. ...

Rezension von Andreas Steffen

Für die Lektüre sollte man sich Zeit nehmen – denn sie ist in vielerlei Hinsicht gut investiert. In seinem Buch stellt Thomas Hanstein nicht nur eine Vielzahl an Coaching-Werkzeugen vor, auch deren Qualität ist hoch. Diese Methoden und Modelle sind allesamt praxistauglich und werden durch Fallbeispiele aus dem realen (beruflichen wie privaten) Leben angereichert. In dieser zweiten, erweiterten Auflage werden neue Anwendungen für Coaching in virtuellen und hybriden Situationen wie ebenfalls mitten in der Natur präsentiert, die das Buch nochmals auf ein neues Level heben.

„Einfach mal fix durchblättern – und schon hat sich die Welt verändert“? So läuft es nicht mit diesem Buch, denn so funktioniert auch Coaching nicht. Für beides braucht es Zeit und Geduld, wenn eine positive Veränderung wirklich gewollt wird. Und genau dafür bietet das Buch einen umfangreichen Werkzeug- und Methodenkoffer: Die Bandbreite der Coaching-Tools könnte auf den ersten Blick schon fast überwältigen: 31 Instrumente werden beschrieben – von asketischem Zuhören über Tetralemma und Timlines bis zu Zielpsychologie kann man auf 320 Seiten sehr viel lernen und vertiefen. Doch die reale Anwendung liegt dann bei den Menschen selbst, die damit als Coach oder im Selbst-Coaching arbeiten möchten, um Ressourcen zu erkennen, zu nutzen und zu pflegen. Werkzeuge wollen in die eigene Hand genommen und „begriffen“ werden. Eigenes Ausprobieren ist entscheidend, damit die Werkzeuge wirkungsvoll werden können – das gilt umso mehr für persönliches Selbstmanagement, das hiermit vorrangig adressiert wird.

Und erfreulicherweise bleibt es längst nicht bei „Tools, Tipps & Tricks“. Hanstein legt großen Wert auf entscheidende Grundlagen im Sinne einer „Bedienungsanleitung“ für gutes Coaching. Was ist Coaching – und was ist es auch nicht? Dazu gibt der Autor bereits zu Beginn wichtige Hinweise für Coaches sowie für Klienten und Klientinnen, die mit ihnen (oder sich selbst) arbeiten wollen. Einblicke in die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte von Coaching wie ebenso neurowissenschaftliche Basics werden kompakt dargestellt, um mit den Tools daran anzuknüpfen. Dabei greift der Autor auf seine Expertise als Coach und frühere Erfahrungen als Berufsschulpädagoge, Seelsorger, Fortbildungsreferent und Führungskraft zurück, die den modularen Baukasten von der Theorie hinein in die reale Praxis begleiten und durch vielfältige Anwendungsperspektiven zu einer wertvollen Ressource für Veränderungsprozesse machen. Das Buch berücksichtigt und beleuchtet auch die heutigen Rahmenbedingungen und Transformationen in der Arbeitswelt. Es integriert ebenso Online-Settings und hybride Kontexte wie auch den Wert und Nutzen von Coaching mitten in der Natur – selbst „virtuelles Waldbaden“ wird veranschaulicht.

All dies gestaltet Hanstein in einem lockeren und entspannten Schreibstil – die Lektüre mutet mehr wie ein Gespräch oder Workshop an als wie ein klassisches Lehrbuch. Alles darin wird leicht und gut verdaulich, auch visuell anschaulich präsentiert, um diesen Werkzeugkasten hinterher anwenden und nutzen zu können – eben genau so wie bei exzellentem Coaching. 

Fazit: Lesen – und die Wirkungsmöglichkeiten der Werkzeuge selbst erfahren.