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Claus Nowak (2021)

Konfliktlandschaften. Konflikte in Organisationen erkennen, analysieren und l...

Rezension von Franz Knist

Entscheidend für ein erfolgreiches Konfliktmanagement in Organisationen ist das Verstehen der Dynamiken sowie zieldienlicher Entscheidungen in Bezug auf Rahmen und Setting, in denen der Konflikt angegangen werden soll. 

Das Buch „Konfliktlandschaften“ ist sozusagen ein Spätwerk von Claus Nowak, Professor für Personal- und Organisationsentwicklung (Uni Hamburg) mit einer über 30-jährigen Erfahrung als Berater, Ausbilder, Coach und Autor. Zudem ist Nowak u.a. Transaktionsanalytiker, was dem Buch die besondere Note gibt. Der Autor versteht sein Buch als Arbeitsbuch, um Theorien in Hilfe für die Praxis zu übersetzen.

Die Einführung ist eigentlich schon ein Grundlagenkapitel zum Konfliktmanagement mit Basics zu den Themen Konflikt, Macht, Gewalt, Autorität, Aggression sowie zentralen Prinzipien gelingender Kommunikation. Zudem stellt Nowak hier sein TOP-Modell vor  bestehend aus den organisationalen „Landschaften“ Team – Organisation (als System aus Strukturen, Prozessen, Strategien) – Person. Vor dem Hintergrund der Einleitung teilt er sein Buch in drei Abschnitte ein: Strategisches Konfliktmanagement, Inneres Konfliktmanagement und Situatives Konfliktmanagement – letzteres unterteilt in Interpersonale Konflikte sowie Intra- und Intergruppenkonflikte. Jedem Kapitel folgt ein umfangreicher Anhang mit Tools und Hinweisen für die Praxis des Konfliktmanagements. Das Buch abschließend werden die Rolle von Führung und Beratung behandelt und auf Beratungsfallen und zentrale systemische Fragen hingewiesen.

Auch wenn Nowak explizit nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, ist die Fülle an theoretischem Hintergrund und an unterschiedlichen Perspektiven beeindruckend. An den Beispielen zu Konflikten in Organisationen wird der Erfahrungsschatz des Autors greifbar. So beleuchtet er z.B. die Problematik von Mediation in Organisationen, unterschiedliche Konfliktkonstellationen in Teams, Konflikte im Zusammenhang mit Veränderungen sowie verbreitete unproduktive Streitmuster und deren Vermeidung. Die vielen Praxistipps liest man sozusagen en passant. 

Seinem Anspruch, dass sich sein Buch „vor allem am Anwendungsnutzen orientiert“ (S. 11), wird er voll gerecht. Wichtig ist ihm, die verschiedenen Interventionsmöglichkeiten „immer unter Beachtung einer produktiven Balance zwischen Irritation und Kontakt“ (S. 54) zu nutzen.

Der Aufbau des Buches umfasst faktisch fünf Hauptteile: die Einführung von ca. 50 Seiten und die Hauptteile A bis D. Bei seinen Ausführungen zu den inneren Logiken der Gliederung spricht Nowak jedoch von drei Hauptteilen (S. 57). Gerade diese drei Perspektiven – in Organisationen strategisch, personenbezogen und situativ-interaktiv auf Konflikte zu schauen – machen das Besondere dieses Buches aus. Mag der Aufbau zunächst irritieren, so schärft Nowak doch damit den Blick, wie Konflikten in Organisationen zu begegnen ist. 

Fazit: Das Buch besticht durch eine abwechslungsreiche Landschaft theoretischer Konzepte zum Verstehen von Konflikten und durch praktisches Handwerkszeug, seien es Modelle, Reflexionstools, Vorbereitungshilfen, Interventionsmöglichkeiten, Praxis- und Warnhinweise, Leitfäden zum strategischen Vorgehen uvm. Kurzum: Ein rundum gelungenes Buch eines theoriegeleiteten Praktikers für Anwenderinnen und Anwender.