Qualifikation eines Coachs

Persönliche Kompetenz

Neben der fachlichen Qualifikation und der Feldkompetenz benötigt ein Coach auch Fähigkeiten, dieses Wissen angemessen einordnen und umsetzen zu können.

Diese analytischen Fähigkeiten und die Fähigkeit zur Selbstreflexion können nicht allein im Rahmen herkömmlicher Ausbildungen erlernt werden. Vielmehr bedarf es dazu entsprechender persönlicher (Lebens-)Erfahrungen und der Befähigung, sich realistisch und selbstkritisch einschätzen zu können. Der Coach muss sich selber in Frage stellen können, und er muss damit umgehen können, auch von anderen Personen in Frage gestellt zu werden.

Der Coach muss also Eigenschaften aufweisen, die dem Bereich „Persönliche Kompetenz“ zuzuordnen sind. Genau diese Kompetenzen sind es jedoch, die eine erfolgreiche Umsetzung des Coachings erst ermöglichen: Reines Fachwissen – ohne persönliche Kompetenzen und Erfahrungen – disqualifiziert den Coach. Die Eigenschaften, die er für seine Tätigkeit braucht, sind nicht nur erlernbare Techniken, sie sind vielmehr ein Ausdruck seiner Persönlichkeit.

Persönliche Kompetenz des Coachs

  • Selbst- und Lebenserfahrung
  • Fähigkeit zur realistischen Selbsteinschätzung (Wahrnehmung der eigenen Stärken und Schwächen)
  • Eigene Führungserfahrung und Kenntnis des betrieblichen Umfeldes
  • Mehrjährige, umfassende Beratungserfahrung
  • Regelmäßige Reflexion der eigenen Arbeit in Supervisionssitzungen
  • Permanente Weiterbildung
  • Fähigkeit, zuhören zu können
  • Aufmerksamkeit
  • Interesse an den Anliegen des Klienten
  • Konfrontationsbereitschaft
  • (auch moralische) Neutralität, Vorurteilsfreiheit, Unabhängigkeit und Offenheit
  • Zivilcourage
  • Autorität
  • Standfestigkeit im Vorgehen, Frustrationstoleranz
  • Flexibilität im Inhalt
  • Empathie, emotionales Einfühlungsvermögen
  • Glaubwürdigkeit, persönliche Integrität, Kongruenz
  • Kritische Loyalität gegenüber dem Klienten
  • Diskretion, absolute Verschwiegenheit bezüglich der Inhalte des Coachings

Darüber hinaus ist eine ständige Weiterbildung und regelmäßige Supervision sinnvoll bzw. notwendig, um blinden Flecken und psychoanalytischen Übertragungsphänomenen entgegenzuwirken. Dies ist deswegen besonders hervorzuheben, weil der Coach als Feedback-Geber seines Klienten nicht zu einem Zerrspiegel werden darf.

Die besondere Attraktivität, die der Coach im Gegensatz zu den klassischen Beratern (Steuerberater, Rechtsanwalt u.a.) verkörpert, ist nicht eine Ansammlung einzelner berufsspezifischer Fähigkeiten, sondern die Kombination seiner Qualitäten zu einer fachübergreifenden, persönlichen Kompetenz.
 

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